Leitwölfe sein - Liebevolle Führung in der Familie


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Oben: Petra Scherzer

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 Leitwölfe sein – Liebevolle Führung in der Familie

 Ein Buch von Jesper Juul

  

Dieses ist mein erstes Buch von Jesper Juul. Ich habe zwar noch andere im Bücherregal stehen, doch die verstauben, weil sie mich nie gefesselt haben.

 

Doch warum hat mich dieses Buch so gefesselt?

 

Es ist seine ganz neue Herangehensweise an das Thema Erziehung, bisher hat er die Aufgabe der Eltern mit einem Leuchtturm verglichen, nun wagt er sich an der Vergleich mit den Wölfen heran, und ich finde ihn sehr passend.

 

Wer zu wenig Zeit hat, das ganze Buch zu lesen, obwohl es sehr empfehlenswert ist, bekommt hier die Basics seiner „neuen“ alt interpretierten Interventionen:

 

FREIRAUM – KEINE MACHTSPIELE – ERNST NEHMEN – NACHSICHT – LUST oder BEDÜRFNIS – WAHLMÖGLCHKEITEN - VORBILD

 

- Freiraum in der Entwicklung: Als Eltern sollte man unvoreingenommen den Kindern begegnen, das heißt, die Entfernung sämtlicher installierter Bilder, wie die Kinder zu sein haben oder wohin der Weg gehen soll. Man schenkt ihnen dadurch Freiraum zur persönlichen Entwicklung, auch wenn sie nicht immer im Sinne der Eltern ist.

 

- Schluss mit den Machtspielen: Viele Konflikte verlassen die sachlich vernünftige Ebene und spiegeln eher das Verhalten der Eltern wieder, mit einem „du musst aber“ die Rangordnung aufrechtzuerhalten. Wenn die Eltern es schaffen, vollkommen authentisch zu sein, dann ist das aber nicht mehr notwendig.

 

- Ernst nehmen: Ähnliches wurde auch schon im Buch „Warum französische Kinder keine Nervensagen sind“ angeregt. Wenn Kinder Schmerzen haben, ungute Gefühle, dann sollte dem wirklich Platz gegeben werden und nicht mit einem „Das kann nicht sein!“ abtun. Den dadurch lernt das Kind, dass die eigenen Gefühle nicht wahr sind und verlernt darauf zu hören.

 

- Regeln, Richtlinien, Werte: Die Kinder müssen unzählige dieser Regeln verinnerlichen, als Eltern ist man gut damit beraten, wenn man einen Ausrutscher nicht bestraft. Die Menge an Verhaltensregeln und soziale Komponenten sind immens. Kein Kind kann das in so kurzer Zeit umsetzen, geschweige denn, sich alle sofort merken.

 

- Lust oder Bedürfnis: Manchmal ganz schön schwierig dies zu unterscheiden, doch Kindern in diesem Punkt als leitende Figur zur Verfügung zu stehen, ist ein Grundelement für spätere Geduld und Ausdauer. Immer sofort seinen Impulsen zu folgen, führt dazu, dass man nur noch nachläuft, anstatt zu entscheiden.

 

- Wahlmöglichkeiten: Die Eltern haben eine gewisse Tagesstruktur und das Kind hat sich anzupassen. Ja, das stimmt, in vielen Fällen, doch erhalten die Kinder die Möglichkeit zu wählen, werden sie in ihrer Integrität gestärkt und als volles Familienmitglied anerkannt. Er schreibt das so passend: „Die Fähigkeit zu wählen, bewahrt den Menschen vor der Unterdrückung.“

 

- Vorbild sein: Ich glaube zu dem Punkt hat jeder eine Vorstellung, worum es geht, Kinder lernen durch nachahmen und nicht durch ermahnen.

 

Ich hoffe, dass du dir die eine oder andere Idee mitnehmen konntest.

 

Ein großartiges Buch mit vielen Praxisbeispielen, das schnell gelesen und umgesetzt ist - Prädikat "sehr empfehlenswert"

 

 

In diesem Sinne

 

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Petra