So manipulieren Sie Ihre Kinder…


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 …und fühlen sich auch noch gut dabei.

 

 Zähne putzen ohne Ärger, Anziehen ohne Meckern, Spielen ohne Streitereien, das Ende vom Bettnässen, Motivation beim Lernen… Sie wünschen sich auch perfekte Kinder?

 

Vermutlich nicht, denn nichts ist langweiliger als perfekte Kinder. Was ich mir aber schon wünsche, und damit bin ich sehr wahrscheinlich nicht alleine, sind glückliche Kinder! Kinder, die mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein aufwachsen, ohne sich dabei selbst einzuschränken.

 

Und darum manipuliere ich sie manchmal.

 

Manipulation mag ein sehr negativ besetztes Wort sein. Doch betrachtet man es als Werkzeug, mit dem man eine wichtige Botschaft vermittelt, verliert es ein wenig von seinem Schrecken.

 

Eine wunderbare Technik ist hierbei das Erzählen von Geschichten.

 

Nehmen wir als Beispiel meinen Sohn: Er hat ein wirkliches Problem damit, wenn Wasser in seine Ohren gelangt. Das mag im alltäglichen Leben keine große Einschränkung bedeuten, im Hallenbad und beim Schwimmunterricht hindert ihn das aber daran, schwimmen zu lernen. Sätze wie: „Das tut dir nichts im Ohr!“, haben bis jetzt kaum gefruchtet.

 

Wir Menschen können Inhalte und Informationen in einer solch reinen Form nicht verwerten. Unser Gehirn arbeitet anders und das schon immer. Als wir noch keine Schrift kannten, wurden das Wissen und Überlebenstricks durch Geschichten weitergegeben. Wir alle kennen doch eine Menge Märchen und wir merken sie uns auch. Rumpelstilzchen, Rotkäppchen & Co sind in unserem Gedächtnis. Diesen Trick können wir, die Eltern, uns zunutze machen! Wer das von der Pike auf lernen will, dem empfehle ich das Buch „Therapeutische Metaphern für Kinder und das Kind in uns“ von Joyce C. Mills & Richard J. Crowley. Und für jene, die gerne improvisieren so funktioniert‘s:

 

  • Ein Held, der
  • ein Problem hat.
  •  Eine Schutzfigur kommt zur Hilfe,
  • eine Lösung wird gefunden und
  • ein großes Fest gefeiert.

 

 Es gibt natürlich Geschichten, die in bestimmten Situationen besonders gut wirken: Kindern mit Asthma kann man Geschichten von Walen und ihren Auspustelöchern erzählen; Kindern, die Bettnässen, die Geschichte von einem Elefanten der Probleme hat, das Wasser in seinem Rüssel zu halten; Kinder, die gemobbt werden, hören gerne die Geschichte vom kleinen hässlichen Entlein; und so geht’s immer weiter…

 

Hier gilt natürlich auch: Übung macht den Meister. Mit der Zeit werden Sie merken: Sobald eine Geschichte auf Ihren Lippen wartet, werden Ihre Kinder gebannt darauf starren.

 

Hierbei ist die größte Hürde vermutlich die Angst sich zu blamieren. Doch hey, es sind IHRE Kinder, die beißen nicht! : )

 

Viel Freude beim Erfinden, Manipulieren und Erzählen!

 
Herzliche Grüße

 

Petra Scherzer