Pausen sind für Looser!!


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Nach vier Jahren war dann Schluss. Nicht, weil ich ihn nicht mehr mochte, sondern weil ich mich nicht mehr mochte, wie ich bin, wenn wir zusammen waren.

 

Danach die große Liebe.

 

Ein Umzug von schlappen 250 Kilometern.

 

Ich will’s gut machen. Vor’m 30. Lebensjahr noch Mama werden.

 

Das erste Kind – ein voller Erfolg. Ein Wonneproppen – blondes Haar und blaue Augen.

 

Mein Partner war oft wochenlang unterwegs. Bergführer; Abenteurer; Selbstständig.

 

Ich will’s ja korrekt machen, also stehen zwei Kinder am Plan. Worauf noch warten?

 

Wir sind gesegnet – es klappt gleich wieder: Ein positiver Schwangerschaftstest.

 

Doch was ist das? Rückenschmerzen?

 

Unerträglich?

 

Immer mehr …

 

Immer mehr Bauch, immer mehr Schmerzen.

 

Die Entbindung.

 

Rückenschmerzen.

 

Acht Monate dahinleben, ohne sitzen und entspannen – nur Schmerzen und funktionieren.

 

Den Kindern gerecht werden. Meiner Mutterrolle gerecht werden.

 

Ich will’s für alle passend machen. Sechs Monate stillen MÜSSEN sein. Also durchhalten, ohne Schmerzmittel. Egal, wie groß die Schmerzen sind. Egal, was es kostet.

 

Den Plan erfüllen. Das Richtige tun. Nicht versagen.

 

Sieben Monate geschafft – abstillen ist nun erlaubt.

 

Sofort MR und Infiltrieren (eine Nadel direkt in den Rücken), Morphiumpflaster, Bettlägrigkeit, Krankenwagen, schwerer Bandscheibenvorfall, Schmerztherapie, Leibstuhl, Schmerzen, noch mehr Schmerzen, vier Wochen Krankenhaus, Operation.

 

Heimkehr zu meinen zwei kleinen Kindern - der erste 1 ½ Jahre, der zweite neun Monate. Meine Bindung zum Kleinsten – weg. Ich sehe ihn an und frage mich, ob das wirklich mein Kind ist.

 

Drei Monate nichts heben. Vier Jahre Physiotherapie.

 

Doch ich will’s korrekt machen: Ich muss wieder zu arbeiten beginnen.

 

Gewerbe Anmeldung meiner Selbstständigkeit als Psychosoziale Beraterin.

 

Doch das reicht nicht. Ich will perfekt sein, auch in meinem Beruf – ich möchte noch besser werden.

 

Darum: Anmeldung zur Ausbildung für Psychotherapie: zuerst zwei Jahre – 3-mal wöchentlich Uni.

 

Also studiere ich, arbeite ich, versorge zwei Kinder, ein Haus und die wenige Zeit, die ich als Freizeit bezeichne mache ich Sport oder Physiotherapie.

 

Und wozu das alles?

 

Weil ich’s perfekt machen will.

 

Mein Ansporn, meine Ausdauer, mein Ehrgeiz und mein Ziel.

 

Und nun hab ich’s erkannt: Perfekt macht Stress.

 

Ich lerne loszulassen, Pausen zu machen, mich wahr zu nehmen.

 

Ich will nicht mehr perfekt sein, sondern gut genug.

 

Nicht gut genug für irgendjemanden, sondern gut genug für mich!

 

 

Pausen sind für Looser –

 

Dann verliere ich gerne: meine Hektik, meinen Stress,

mein „ich-bin-nicht-gut-genug“ und werde eines:

 

 

RUHIG!